Donnerstag, 18. September 2008
3:30 ist die Nacht vorbei
Mensch, habe ich unruhig geschlafen! Seit halb vier wälzte ich mich herum, als wäre was. Es würde mich nicht wundern, wenn heute eine Hiobsbotschaft reinkommt.

Seit meiner Abreise aus A. habe ich nicht mit ihm gesprochen, er will sich erst wieder "zusammenkriegen". Einen ungüstigeren Zeitpunkt für diesen Rückzug kann man sich gar nicht ausdenken... In A. haben wir fast nur gestritten, ich hatte eine Panikattacke und kurz vor meiner Abreise musste ich ihn noch in mein tiefstes Schwarz blicken lassen, in das ich selbst vermeide, zu sehen. Aber er muss doch verstehen, warum ich so verdreht bin. Und weil ich so in Abwärtsfahrt war, habe ich ihm auch noch gesagt, er solle mich lieber loswerden.

Das habe ich inzwischen zurückgenommen, weil es nicht geht, dass ich mich auch noch selbst in mundgerechte Happen zerlege, damit mich die Raben bequemer fressen können.

Ich wünschte, wir könnten reden, aber wir haben vorgestern nur einige mails vorgeschickt. Schrecklich ist das. Er geht am Stock. Wir beide. Aber irgendwas in ihm lässt mich jetzt auch bluten, und ich glaube, er merkt es selber nicht. Das ist nicht der Zeitpunkt, um eine Schweigepause einzulegen. Zumindest hätten wir einmal sprechen sollen, einen Ton vorgeben, danach hätte ich eine Pause selbst gut gebrauchen können. So bedeutet sie nur Warten auf ihn, da kann ich mich noch so ablenken.

Das Ergebnis ist, dass ich wieder wütend auf ihn werde, dabei wollten wir doch wieder versöhnlicher miteinander umgehen.

Ich muss gut aufpassen, dass ich nicht vergesse, wo ich stehe, damit ich mich von dort bewegen kann. Sonst ist alle Bewegung nur hektisches Schwirren.

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Dienstag, 16. September 2008
Umleitung
Neenee. Nicht liebhaben. Lieber nicht.

Zuerst genieße ich's, dann fang' ich an, dran rum zu schnitzen. Und schließlich verliert's die Form, wird immer hässlicher und geht kaputt. Wie so ein Kleinkind, das immer sehen will, was im Innern ist, baue ich alles fein auseinander. Und dann: "Hallo. Ich möcht' mich bitte beschweren: da ist schon wieder kein Gott in der Maschine, nur Fäden und so." Schon weiß ich auch nicht mehr, welches Ende wo dran gehört und ich kann nur noch die Einzelteile beerdigen.

Beim nächsten Mal sollte es mir aber nicht so gehen, das habe ich mir schon vor Jahren fest vorgenommen. Und gucke mir trotzdem dabei zu, wie ich nun schon wieder an den Nähten pule. Da guckt doch schon wieder was von Füllung...!

Sich selbst dabei zu beobachten, wie man's offensichtlich falsch macht, obwohl man sich sogar mit den Hacken dagegen stemmt, ist hart. Es dann noch mal von außen zu hören ist noch härter, denn man beginnt, ein Verhalten zu verteidigen, mit dem man sich eigentlich selbst ankotzt.

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So sieht im Moment mein Leben aus:
Chaos.

Eigentlich würde das eine Wort schon reichen. Aber natürlich kann ich das nicht so stehen lassen. Für ein einziges Wort eröffnet man schließlich kein Blog.

Also etwas genauer:

Chaos, Kraftlosigkeit, Energieverschwindung an allen Ecken und Kanten und in unbekannte Regionen, Antriebsblockaden, wirre Träume, Mangel an Allem, Ängste, wachsende Sprachlosigkeit. Und Zeug. Puh!

Wahrscheinlich gibt es Viele, die größere Probleme haben als ich, denn einen schlechteren Vergleich gibt's ja immer. Mir reicht aber, womit ich fertig werden muss, völlig aus. Als da sind:

- ein Nervenkostüm, dass seit ca. sechs Jahren immer fadenscheiniger wird, was Ängste und Panikattacken hervorruft.

- Freunde, die verschwinden (räumlich oder manchmal auch innerlich), und es rücken kaum welche nach.

- Eine komplizierte Fernbeziehung zu einem komplizierten Mann (als wäre ich selbst nicht schon kompliziert genug!), an der sich zurzeit nichts ändern lässt.

- Und dann fehlt mir noch eine Aufgabe, nachdem meine berufliche Selbständigkeit gar nicht erst so richtig auf die Füße kam. Nun steh' ich da mit meinen Talenten (davon hab' ich sogar einige) und weiß nicht, wohin damit.

Und weil ich die verbliebenen Freunde nicht ständig mit meinem Kram zumüllen will, wodurch sie sich jedes Mal gezwungen sehen, mich entweder freundlich zu trösten ("Armer Hase. Wird schon wieder.") oder irgendwie erzieherisch auf mich einzuwirken ("Jetzt reiß' dich aber mal zusammen!"), werd' ich das jetzt alles in diesen Blog kübeln und dann mal sehen, ob es hilft...

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