Dienstag, 16. September 2008
Umleitung
Neenee. Nicht liebhaben. Lieber nicht.

Zuerst genieße ich's, dann fang' ich an, dran rum zu schnitzen. Und schließlich verliert's die Form, wird immer hässlicher und geht kaputt. Wie so ein Kleinkind, das immer sehen will, was im Innern ist, baue ich alles fein auseinander. Und dann: "Hallo. Ich möcht' mich bitte beschweren: da ist schon wieder kein Gott in der Maschine, nur Fäden und so." Schon weiß ich auch nicht mehr, welches Ende wo dran gehört und ich kann nur noch die Einzelteile beerdigen.

Beim nächsten Mal sollte es mir aber nicht so gehen, das habe ich mir schon vor Jahren fest vorgenommen. Und gucke mir trotzdem dabei zu, wie ich nun schon wieder an den Nähten pule. Da guckt doch schon wieder was von Füllung...!

Sich selbst dabei zu beobachten, wie man's offensichtlich falsch macht, obwohl man sich sogar mit den Hacken dagegen stemmt, ist hart. Es dann noch mal von außen zu hören ist noch härter, denn man beginnt, ein Verhalten zu verteidigen, mit dem man sich eigentlich selbst ankotzt.

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So sieht im Moment mein Leben aus:
Chaos.

Eigentlich würde das eine Wort schon reichen. Aber natürlich kann ich das nicht so stehen lassen. Für ein einziges Wort eröffnet man schließlich kein Blog.

Also etwas genauer:

Chaos, Kraftlosigkeit, Energieverschwindung an allen Ecken und Kanten und in unbekannte Regionen, Antriebsblockaden, wirre Träume, Mangel an Allem, Ängste, wachsende Sprachlosigkeit. Und Zeug. Puh!

Wahrscheinlich gibt es Viele, die größere Probleme haben als ich, denn einen schlechteren Vergleich gibt's ja immer. Mir reicht aber, womit ich fertig werden muss, völlig aus. Als da sind:

- ein Nervenkostüm, dass seit ca. sechs Jahren immer fadenscheiniger wird, was Ängste und Panikattacken hervorruft.

- Freunde, die verschwinden (räumlich oder manchmal auch innerlich), und es rücken kaum welche nach.

- Eine komplizierte Fernbeziehung zu einem komplizierten Mann (als wäre ich selbst nicht schon kompliziert genug!), an der sich zurzeit nichts ändern lässt.

- Und dann fehlt mir noch eine Aufgabe, nachdem meine berufliche Selbständigkeit gar nicht erst so richtig auf die Füße kam. Nun steh' ich da mit meinen Talenten (davon hab' ich sogar einige) und weiß nicht, wohin damit.

Und weil ich die verbliebenen Freunde nicht ständig mit meinem Kram zumüllen will, wodurch sie sich jedes Mal gezwungen sehen, mich entweder freundlich zu trösten ("Armer Hase. Wird schon wieder.") oder irgendwie erzieherisch auf mich einzuwirken ("Jetzt reiß' dich aber mal zusammen!"), werd' ich das jetzt alles in diesen Blog kübeln und dann mal sehen, ob es hilft...

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